Denkanstoß OSTSEE-ZEITUNG Lokalseite 18.06.2010
Wieder Vertrauen wagen?.
Am kommenden Montag, den 21. Juni, ist Sommeranfang, das Fest der Sonnenwende. Ein paar Tage später, am 24. wird in vielen Gemeinden das Johannesfest mit dem Johannisfeuer gefeiert. Dabei wird des Geburtstages von Johannes dem Täufer gedacht.
In früheren Zeiten fanden um den Johannestag vielfach Handelsmärkte statt, bei denen Waren und Vieh den Besitzer wechselten. Dazu bedurfte es keiner Verträge, sondern wenn man sich über den Preis geeinigt hatte, galt der Handschlag als Vertrag. Zugleich war diese Art von Vertragsabschluss das Vertrauen darin, sich gegenseitig nicht zu übervorteilen.
Unsere Welt hat sich wohl so sehr verkompliziert, dass nicht alles ohne schriftliche Verträge und Abkommen zu organisieren und einzuhalten ist.
Ein weiterer Aspekt, der mir dabei eine wichtige Rolle spielt, ist die Verantwortung, im Sinne von: wenn ich jemandens Vertrauens würdig bin trage ich selbst die Verantwortung dafür mir das Vertrauen zu erhalten.
Das könnte bedeuten wo Vertrauen wirksam wird, gibt es eine Basis für verantwortliches Handeln, was wiederum Verlässlichkeit zur Folge hätte.
Diese drei Aspekte vermisse ich zur zeit außerordentlich bei denen , die sich bereit erklärt haben Verantwortung dafür zu tragen, den Interessenausgleich in schwieriger Situation zugunsten derer zu suchen, die zu den Schwächeren zählen.
Gerade denjenigen, die zu oft hinten an stehen müssen, haben es am meisten nötig, darauf zu vertrauen nicht im Stich gelassen zu werden.
Sie müssen sich darauf verlassen können, dass in ihrem Sinne verantwortlich gehandelt wird.
Wenn dies wieder gelänge, dann wäre ein wichtiger Schritt getan zu mehr ?Vertrauen wagen? und würde hoffentlich bewirken, die Verantwortungsträger von ihrer ?Wählermüdigkeit? zu befreien?.
Zum Schluss: Vertrauen geschenkt zu bekommen und zu geben ist für mich auch immer ein Aspekt von Glauben